Interview mit Jeannine Meier, angehende Maturandin an der AME

Die AME – die Aargauische Maturitätsschule – ist eine Schule für bildungsinteressierte Erwachsene, die auf dem zweiten Bildungsweg ein Studium an der Universität oder ETH anstreben. Heute wählen die meisten nach einer Berufs- oder Fachmatur den Weg über die Passerelle der AME. Ebenfalls möglich ist der Weg über die klassische Maturität für Erwachsene für Personen über 18 Jahre mit Berufsausbildung oder einer anderen mindestens dreijährigen Arbeitstätigkeit. Eine Schülerin, die diesen Weg gewählt hat ist Jeannine Meier, 37 Jahre alt und gelernte Strassenbauerin.

Jeannine, Du stehst ein Jahr vor der Matur. Was hat Dich damals zur Anmeldung an die AME motiviert?

Die Arbeit auf dem Bau macht mir immer noch grosse Freude. Doch mit 35 machte ich mir Gedanken über die berufliche Zukunft. Man kann in diesem Beruf nicht ewig mit der gleichen Energie weitermachen. Eine Weiterbildung in der Baubranche reizte mich nie. Ich wollte etwas, das mir alle Türen öffnet, wie eben die Matura.

Wie gefällte s dir an der AME, respektive was macht die AME aus?

Die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Studierenden ist besonders. Die Lehrpersonen haben Verständnis für die Herausforderungen eines berufsbegleitenden Studiums und unterstützen uns. Einige Lehrpersonen sind in etwa im gleichen Alter oder sogar jünger. Zu einigen ergibt sich ein freundschaftliches Verhältnis. Das ist wertvoll und inspirierend. Zusätzlich zum Unterricht lernen wir viel im Selbststudium. Anfangs hatte ich Bedenken, den Stoff ohne fremde Hilfe zu bewältigen; doch es geht gut, mit Interesse und Willen. Ich lerne so sogar besser und nachhaltiger, weil ich mich schon vor dem Unterricht mit den Inhalten befasse.

Was waren für Dich bisher Highlights im Maturitätslehrgang?

Sicher die Studienreise nach Athen im Fächerübergreifenden Kurs mit Bildnerischem Gestalten, Englisch und Geschichte. Wir arbeiteten dort an Projekten. Diese Woche hat den Klassenzusammenhalt gestärkt. Ein weiteres Highlight für mich ist, wie stark ich in den Fächern Mathematik und Physik bin, wo ich früher Mühe hatte. Auf die guten Leistungen bin ich stolz, sie stärken mein Selbstvertrauen und geben mir Mut, auch anderes zu erreichen.

Arbeit, Schule und Freizeit unter einen Hut zu bringen, ist sicher nicht einfach. Wie gelingt Dir das?

Der Anfang war schwierig. Auch ohne Unterricht und Selbststudium waren meine Tage ausgefüllt mit Beruf, Zeit für mich, Kollegen und Familie. Mit der AME kam ein riesiger Brocken dazu. Am schwierigsten war die Balance zwischen körperlich anstrengender Arbeit und Schule. Am Abend bleibt wenig Energie zum Lernen. Doch ich habe einen guten Weg gefunden und konnte mein Arbeitspensum auf 60 % reduzieren. Die AME fordert Kompromisse, doch muss man seinen Lebensstil nicht ganz aufgeben.

Zum Schluss: Wem würdest Du den Maturitätslehrgang empfehlen?

Der Maturitätslehrgang ist etwas für alle, die eine grundlegende Veränderung in ihrem Leben suchen und ein neues Standbein aufbauen wollen. Abraten würde ich, wenn jemand nicht bereit ist, ein Stück seiner Freizeit für die Schule aufzugeben und Kompromisse zu finden, das führt zu Stress und Frust.

Liebe Jeannine, alles Gute für dein letztes Jahr an der AME und schon jetzt viel Erfolg an den Maturitätsprüfungen!

 

 

 

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